Deutung der Begrifflichkeit „Demokratie"! |
|||
| Demokratie (altgriechisch Demokratia) bezeichnet eine Herrschaftsform der politischen Ordnungen oder politischen Systeme, in denen die Macht und Regierung vom Volk ausgehen. Darüber hinaus unterscheiden sich theoretische Modelle und gelebte Demokratie erheblich voneinander. Das wird an der historischen Entwicklung der Demokratie und den verschiedenen Traditionen demokratischen Denkens verdeutlicht. (Vorländer, 2019) Die eigentliche Epoche der Demokratien schien erst 1989/90 mit dem endgültigen Mauerfall der BRD/DDR begonnen zu haben und diese neu gelebte deutsche Demokratie feierte ihre Triumphe, nachdem die sozialistischen und kommunistische Regime offensichtlich zusammengebrochen waren. Das westliche Modell der liberalen Demokratie schien damit seine Konkurrenten im Wettkampf der politischen Systeme besiegt zu haben und konnte das „Ende der Geschichte“ ideologischer Auseinandersetzungen“ einleiten. Mit dem Ende des „Kalten Krieges“ und der realsozialistischen Diktaturen gab es keine historischen Wahlmöglichkeiten mehr die, wie Nationalsozialismus, Faschismus und Kommunismus, das 20. Jahrhundert zu einem erneuten „Zeitalter der Extreme“ (Hobsbawm) hätten werden lassen können. (Vorländer, 2019) Zwischen 1974 und 1990 schafften circa 30 Länder den Übergang zu Formen demokratischer Herrschaft. Dann nahm diese demokratische Welle an Umfang und zeitlicher Geschwindigkeit erheblich zu, weshalb einige Demokratieforscher die Zahl der Demokratien von etwa 76 im Jahr 1990 auf etwa 120 Länder zu Beginn des 21. Jahrhunderts bezifferten. (Richter, 2020) (Vorländer, 2019) Doch hat sich dieses Wandlungsbild in den letzten Jahren erheblich eingetrübt. Die mit dem „Arabischen Frühling“ verbundenen demokratischen Umformungshoffnungen, bzgl. der diktatorischen oder autoritären Ländern wie Marokko, Tunesien, Ägypten und Libyen, sind leider nach und nach enttäuscht worden. Und viele der hoffnungsvollen Demokratisierungsprozesse in den östlichen und mitteleuropäischen Ländern, sind widererwarten gestoppt und/oder durch neue autoritäre Regierungsformen ersetzt worden. Von einem verlässlichen unaufhaltsamen Siegeszug der Demokratie, kann deshalb auch im 21. Jahrhundert nicht gesprochen werden. Der Frieden und die Demokratie gleichermaßen, sind grundsätzlich gefährdete politische Ordnungen, die stets in ihren Fundamenten erschüttert und angefochten werden. Die Demokratie im 21. Jahrhundert muss also immer wieder erkämpft und behauptet werden. Von Anfang an in der Geschichte der griechischen Demokratie, war dies nicht anders. (Vorländer, 2019) Und das gilt sowohl für Deutschland und seine 1989/90 erkämpfte Demokratie sowie für die übrige westliche demokratische Welt gleichermaßen. (Richter, 2020) (Vorländer, 2019) | |||
Autor: Thomas Fränkle 10.01.2026, 15:27 Uhr
|
Ende