Deutung der Begrifflichkeit „Frieden"! |
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| Die Welt und der Frieden, steht seit Anfang des Jahres 2021 am Abgrund, denn der Menschheit auf diesem Blauen Planeten drohen Großmachtkonflikte und ein Rüstungswettlauf mit noch mehr nuklearen Waffen. (Ischinger, 2018) Und die Menschheit greift rücksichtslos (Raubbau) in die Natur ein – die Menschheit, so die aktuelle weltweite Befürchtung renommierter Wissenschaftler*innen, schafft sich von selbst ab! (Lesch & Kamphausen, 2016) (Rohmer & Toepfer, 2021) Frieden wird als Normalzustand einer Gesellschaft (Soll) interpretiert und scheint somit nicht erklärungsbedürftig. Es lassen sich zwei Konzepte von Frieden als Konzeption darstellen: Ein positiv und ein negativ definierter Friedensbegriff (Helbling, 2006, S. 69) (vgl. auch Bonacker/Inbusch 1999, S. 108 f.) Die Konzeption „Positiver Frieden“ steht für Gewaltlosigkeit zwischen Lokalgruppen, politische Egalität, wirtschaftliche Gleichheit und friedliche Interaktion innerhalb von Gruppen. Gemeint ist damit das grundsätzliche Fehlen von Krieg zwischen Gruppen in Verbindung mit Gewaltlosigkeit und Friedfertigkeit zwischen Individuen. (Helbling, 2006, S. 69) (Fabbro 1978, S. 67) Diese Form der Konstruktion ist aber sehr restriktiv und trifft nur auf wenige Gesellschaften auf diesem Blauen Planeten zu, denn gerade in Gesellschaften ohne Krieg kann die gruppeninterne Gewalt zwischen Individuen eskalieren und ein großes Ausmaß annehmen. (Helbling, 2006, S. 69) (vgl. hierzu Knauft 1987, Kelly 2000), Fabbro (1978, S. 79 – 80) Der positive Frieden ist aber methodisch problematisch und empirisch sehr widersprüchlich, denn Gruppenbeziehungen können in kriegerischen Gesellschaften intern auch friedlich und in nicht kriegsbeteiligten Gesellschaften temporär auch gewalttätig sein. (Helbling, 2006, S. 70) Die Dichotomie falsch interpretiert und verstanden, flankiert nur die wissenschaftliche Wahrheit und führt zwangsläufig ins Abseits. Der „Negative Frieden“ (die zweite Konzeption), lässt sich somit als Absenz von Krieg konzipieren, losgelöst auch davon, ob Beziehungen zwischen Individuen gewaltfrei oder gewaltsam sind. (Helbling, 2006, S. 70) Frieden bezeichnet demnach eine temporäre bzw. zeitweilige Alternative zum Krieg, sowohl in kriegerischen Gesellschaften als auch i.R. eines Beziehungsmodus zwischen Gruppen in Gesellschaften ohne Krieg. Und diese Definition bzgl. des Friedens gilt unabhängig zur interpersonellen Gewalt, die es in Gesellschaften gibt oder auch nicht. Frieden kann also auch das Ergebnis eines Pazifizierungsprozesses sein (bspw. kommen lokale Gruppen zu der Erkenntnis und dem Schluss, dass friedliche Strategien förderlicher als kriegerische Konfrontationsstrategien sind. (Helbling, 2006, S. 71) | |||
Autor: Thomas Fränkle 10.01.2026, 15:17 Uhr
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